Reitplatzvlies
Der Aufbau eines Reitplatzes sollte fast immer in drei charakteristischen Schichten erfolgen, wobei die Trennschicht ein Vermischen der darunter liegenden Tragschicht mit der sich an der Oberfläche befindenden Tretschicht verhindern soll.
Während als drainierende Tragschicht oft Steine oder ähnliches mit mehr oder weniger großen Poren oder Spalten verwendet werden, sind als Tretschicht vor allen Dingen Sand oder zerkleinertes Holz in verschiedenen Variationen beliebt.
Daraus resultiert natürlich das Problem, dass feinste Partikel der Tretschicht im Laufe der Zeit dazu neigen, sich in die zum Ablaufen des Regenwassers essentiell notwendigen Ritzen zu setzen und so langsam immer mehr dieser Poren zu verstopfen. Am Ende kann kein Wasser mehr durchdringen und der Reitplatz ist noch lange nach dem Regen zu matschig zum Reiten.
Eine gute Trennschicht soll diesen Vorgang so lange wie eben möglich herauszögern und dabei neben einem guten Preis auch eine hohe Wiederstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse bieten. Insbesondere dürfen sich natürlich auch die das Regenwasser durchlassenden Poren in der Trennschicht nicht zu schnell durch Sand oder ähnliches verschließen.
Abgesehen von verschiedenen Kunststoffgittern sind Reitplatz – Vliese die bekannteste Form der Trennschicht, da sie sich durch gute Haltbarkeit und Wasserdurchlässigkeit bei einem akzeptablen Preis auszeichnen.
Als Trennschicht wurde beim Reitplatzbau historisch gesehen zuerst geotextiler Vliesstoff verwendet, der sich in anderen Anwendungsgebieten seit den 70er Jahren bewährt hatte. Da die durch die ständigen Huftritte im Reitbetrieb hervorgerufene Überdehnung des Gewebes jedoch zu einer Faltenbildung führen konnte, war dieser Einsatz sehr problematisch. Immer wieder bildeten sich hier Falten, welche nach einiger Zeit an der Oberfläche der Tretschicht zum Beispiel aus dem Sand hervorstanden und so zum Stolpern der Pferde führten.
Wenn Vliesstoff in einzelnen Teilstücken verlegt wird, welche sich dann an den Rändern überlappen, kann es zu ähnlichen Aufwölbungen kommen.
Daher sollte eine solche Trennschicht nur vom Fachbetrieb gefertigt und ausgebracht werden.
Das heute verwendete spezielle Reitplatzgewebe wird meist schon werkseitig so produziert, dass es aus nur einem Stück besteht. Die Festigkeit solcher Gewebe liegt über 40kN pro Quadratmeter, wobei die speziellen Stoffe sich nur sehr gering dehnen lassen.
Deshalb ist das früher so häufige Aufwölben und die daraus resultierende Faltenbildung kein Problem mehr, so dass die mit einer Trennschicht aus Gewebe aufgebauten Böden jahrelang beritten werden können.
Diese modernen Gewebe bestehen meist aus Kunststoffdrähten, Bändchen – oder Spleißgarnen, wobei Rohstoff fast immer Polypropylen ist.
Heute ist der Einsatz moderner Vliesgewebe beim Anlegen eines Reitplatzbodens aus mehreren Schichten ohne größere Einschränkung jedem zu empfehlen, der seinen Platz ganzjährig intensiv nutzen will.
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